Zwei goldenen Sparschweine mit Sonnenbrille stehen in einem grauen Raum. Sie werfen lange Schatten auf den Boden und die Wand hinter sich.

Gold, Edelmetalle & Technologiemetalle

Beständigkeit & Stabilität

 

Gold wird seit jeher als wertvoll angesehen und dient seit über 3.000 Jahren als Wertanlagemittel. Aufgrund seiner Beständigkeit und Sicherheit in Krisenzeiten ist Gold, beziehungsweise sind Edelmetalle generell, ein wichtiger Bestandteil in jedem Wertanlagedepot. Der US-amerikanische Unternehmer Ray Dalio bringt es auf den Punkt: „Wer kein Gold besitzt, kennt weder Wirtschaft noch Geschichte.

 

Die Aufhebung des Goldstandards 1971 hatte und hat starke Auswirkungen auf den Wert von Papierwährungen. Dies kann man besonders gut am Beispiel des US-Dollars in der unteren Grafik erkennen.
2022-09-19-Entwicklung-der-Papierwahrung-SOLIT Diese Grafik wurde freundlicherweise von der SOLIT Management GmbH zur Verfügung gestellt.

 

Von 1940 bis 1971 hatte der US-Dollar einen recht konstanten Wert im Vergleich zu Gold. Das lag daran, dass es den Goldstandard gab und der Dollar mit Gold besichert war. Es durften also nur so viele US-Dollar gedruckt werden wie mit den Staatsreserven an Gold gedeckt werden konnte. 1971 verkündete US-Präsident Richard Nixon die Aufhebung des Goldstandards. Es war nun möglich, die Geldmenge je nach Bedarf, ungeachtet der Goldvorräte, zu erhöhen. In der Grafik ist der Wertverlust des US-Dollars, der auf diese Entscheidung folgte, klar ersichtlich.

 

Des Weiteren lässt sich an der Grafik erkennen, dass jede Währung in der Vergangenheit ihr Ende gefunden hat. Fiat-Währungen verlieren ständig an Wert, dabei ist natürlich auch der Euro keine Ausnahme.

 

Fiat-Währungen, auch Fiat-Geld genannt, haben keinen inneren Wert und sind nicht an Rohstoffpreise wie Gold oder Silber gebunden. Sie werden von Regierungen als Zahlungsmittel festgelegt. Das Wort fiat kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie “entstehen”.

 

Seit der Einführung des Euro im Jahr 2002 bis ins Jahr 2022 hat sich die Bilanzsumme der Europäischen Zentralbank verneunfacht. Es ist also neunmal so viel Geld im Umlauf, als bei der Einführung. Das wirkt sich unweigerlich auf die Inflation und den Kaufkraftverlust der Währung aus. Im Gegensatz dazu bleibt Gold im Wert konstant. Wichtig hierbei zu wissen ist: Gold steigt nicht im Wert, es hält den Wert.

 

 

Richtig in Gold investieren

 

Es ist wichtig zu wissen, dass es bei Gold in erster Linie um Kaufkraft- und Werterhaltung geht, da dieses Investment keine Renditen abwirft. Gold gilt als sichere Geldanlage, aber natürlich kann es auch hier zu Schwankungen kommen. Wenn Sie in Gold und andere Edel- und Technologiemetalle investieren möchten, sollten Sie die nachfolgenden Punkte beachten.

 

 

1. Seriosität des Verkäufers & des Herstellers

 

Der Handel mit Gold unterliegt nicht der Finanzmarktaufsicht. Deswegen sollten Sie sich genau informieren, bei wem Sie kaufen und von welchem Hersteller Ihr Goldverkäufer seine Ware bezieht. Wichtig ist hier die LBMA-Zertifizierung.

 

Die LBMA (London Bullion Market Association) führt den weltweiten Goldhandel außerhalb der Börsen durch und kontrolliert alle LBMA-zertifizierten Betriebe regelmäßig nach strengen Kriterien (u.a. Reinheit, Gewicht, verantwortungsvolle Beschaffung). Dadurch ist die Qualität der Produkte gewährleistet und die Veräußerung von LBMA-zertifizierten Produkten beim Goldhändler kann ohne Probleme erfolgen.

 

Achten Sie unbedingt darauf, dass es sich bei Ihrer Goldinvestition um einen physischen Eigenerwerb handelt. Das bedeutet, dass Ihnen das Gold wirklich als physischer Wertgegenstand gehört und nicht nur auf dem Papier. Es sollte seitens Ihres Goldverkäufers möglich sein, dass Sie sich Ihr Gold in Stückelungen nach Hause schicken lassen können.

 

Wenn Sie beispielsweise nur einen schuldrechtlichen Anspruch auf das Gold haben und die Option nicht besteht, dass Ihnen dieses übergeben oder zugesandt wird, kann es zu bösen Überraschungen kommen. Zum Beispiel wenn Ihr Verkäufer in Konkurs geht und Sie nicht zu Ihrem Gold kommen.

 

Ebenfalls wichtig ist, dass die Mittelverwendungskontrolle nicht vom Verkäufer selbst durchgeführt wird, sondern von Externen. Das können Wirtschaftsprüfer, Banken oder auch Versicherungen sein. Bei dieser Kontrolle wird geprüft, ob das Gold tatsächlich vorhanden ist und somit die privaten Mittel der Anleger vertragsmäßig eingesetzt werden.

 

 

2. Je größer die Menge, desto besser der Preis

 

Je größer die Menge an Gold ist, die gekauft wird, desto günstiger ist der Preis pro Menge. Je kleiner die Goldmenge ist, desto höher ist der prozentuelle Zuschlag, den Sie dafür bezahlen. Nicht viele Menschen haben aber so viel Erspartes, um sich auf einen Schlag einen Kilo Gold kaufen zu können. Wenn Sie aber über einen Goldhändler einkaufen, der große Mengen an Gold ankauft, profitieren Sie dadurch auch von einem günstigeren Einkaufspreis.  

 

Die Praxis hat gezeigt: Je früher man Gold kauft, desto besser. Wer auf eine große Stückelung spart, der kommt nie zum Kaufen. Besser ist es, gleich zu investieren, dafür in Raten. Durch den Ankauf in Raten können Sie außerdem von Kursschwankungen profitieren.

 

Auch hier sollten Sie genau auf die Bedingungen und die Seriosität Ihres Goldhändlers achten. Gehen Sie bei Ihrem Ratenkauf sicher, dass es sich um den Eigenerwerb und tatsächlichen Besitz von Gold handelt.

 

 

3. Diversifikation ist das A und O

 

Das gilt für Geldanlage generell und auch für den Bereich der Edel- und Technologiemetalle. Ihr Edelmetalldepot kann neben den Klassikern Gold und Silber auch weitere Weißmetalle (wie Platin und Palladium) oder auch Technologiemetalle enthalten.

 

Silber findet nicht nur in der Schmuckindustrie und in der Herstellung von Silbermünzen oder Tafelsilber Verwendung. Mehr als die Hälfte dieses Edelmetalls wird mittlerweile für industrielle Zwecke eingesetzt, da es aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften Energie und Wärme am besten leitet. Daher ist es auch essentiell für die Herstellung von Smartphones und Photovoltaik-Anlagen.

 

Es ist anzunehmen, dass die Nachfrage nach Silber in Zukunft nicht abbrechen wird: 2020 wurden über 3000 Tonnen Silber benötigt, um etwa 130 Gigawatt zu erzeugen. Bis 2030 müssen nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) jährlich Kapazitäten von mehr als 600 Gigawatt installiert werden, um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten.

 

Platin und Palladium sind sogenannte Weißmetalle. Palladium findet vorwiegend Einsatz in der Automobilindustrie, da es durch seine Eigenschaften hervorragend für Katalysatoren in Benzinmotoren geeignet ist. Platin wird ebenfalls in der Automobilindustrie verwendet. Darüber hinaus wird es auch für die Herstellung von Smartphones und im Bereich der Medizin eingesetzt, etwa für Herzschrittmacher oder Dentalimplantate. Beide Metalle werden außerdem in der Schmuckherstellung verwendet.

 

Technologiemetalle sind für Wirtschaftsbranchen von heute und morgen sehr wichtig. Dieser Begriff umfasst Metalle wie

  • Gallium, das etwa für den Bau von Photovoltaik und Leuchtdioden benötigt wird,
  • Germanium, das in Röntgendetektor und Wärmebildkameras zum Einsatz kommt,
  • Indium, das ein Bestandteil von Plasmabildschirme und Touchscreen-Geräten ist, oder
  • Hafnium, welches im Bereich der Kerntechnik oder für Blitzlichtlampen verwendet wird.

 

Von der Industrie werden Technologiemetalle nicht von Privatpersonen, sondern nur von Großhändlern gekauft. Lassen Sie sich Technologiemetalle also nicht nach Hause zustellen, da Sie diese dann kaum bis gar nicht veräußern können.

 

 

4. Die Sache mit den Steuern: Gesamtkosten optimieren

 

Bei der Investition sollten Sie darauf achten, die günstigsten Gesamtkosten zu haben. Dabei ist die wichtigste Komponente das Thema Steuer.

 

Beim physischen Ankauf ist Gold ab einem gewissen Reinheitsgehalt steuerfrei. Für andere Metalle, wie etwa Silber, fällt für den Kauf und die Zustellung die Mehrwertsteuer an. Dies ist nicht der Fall, wenn diese Metalle nach dem Kauf in einem zollfreien Lager aufbewahrt werden. Es gibt auch Möglichkeiten, sich Silber mit einem ermäßigten Differenzsteuersatz nach Hause schicken zu lassen. Die Höhe der Steuer hängt immer vom jeweiligen Händler und der jeweiligen steuerlichen Gesetzgebung ab.

 

Nach einer Behaltefrist von einem Jahr und einem Tag ist der Verkauf von physischem Gold sowie anderen Metalle einkommensteuerfrei. Goldinvestment in nicht-physischer Form ist KESt-pflichtig.

 

 

5. Die richtige Lagerung

 

Diversifikation bietet Sicherheit, das gilt auch für die Lagerung von Gold. Bei der Lagerung sollten Sie zwei Punkte beachten:

 

  • Das Gold wird über Ihren Händler für Sie in einem Hochsicherheitstresor mit dementsprechendem Versicherungsschutz gelagert.
  • Es besteht die Möglichkeit, sich das Gold ab einer gewissen Stückelungsgröße (z.B. Unze, 50g, 100g) nach Hause schicken zu lassen, wo Sie es selbst verwahren. Hierbei ist ein sicherer Tresor oder ein gutes Versteck essentiell, ebenso wie eine gute Versicherung.

 

Berücksichtigen Sie in Ihrer Haushaltsversicherung eine ausreichende Versicherungssumme für Ihr Gold. Im Fall eines Diebstahls sind üblicherweise nur geringe Sublimits vereinbart.

 

Auch Banken bieten Tresore und Schließfächer für die Goldlagerung an. Hierbei sollten Sie aber bedenken, dass Sie im Falle eines Konkurses der Bank Schwierigkeiten haben könnten, zu Ihrem Gold zu kommen.

 

Jede Option hat ihre Vor- und Nachteile, Risiken gibt es überall. Deswegen ist im Bereich der Lagerung eine Diversifikation sinnvoll. Es macht durchaus Sinn, einen kleinen Teil des Goldes bei sich zuhause zu lagern, in einer Stückelung, die man immer veräußern kann.

 

Silber, Weiß- und Technologiemetalle sollten Sie nicht bei sich zuhause, sondern in zollfreien Depots lagern. Einerseits, weil dies aus steuerlichen Gründen vorteilhafter ist und andererseits, weil die Industrie nicht von Privatpersonen kauft, sondern ausschließlich von Großhändlern.

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